Klinisch belegt

Studien & Klinische Belege

Wer das Gelenk nach einer Operation früh und kontrolliert bewegt, wird nachweislich schneller wieder fit und beugt Versteifungen vor. Besonders bewährt hat sich dafür die CPM-Therapie, die kontinuierliche passive Bewegung.

Therapieprinzip

Warum CPM-Therapie wirkt

CPM steht für Continuous Passive Motion, die kontinuierliche passive Bewegungstherapie. Das Prinzip ist seit Jahrzehnten in der Rehabilitation von Knie- und Schultergelenken etabliert und nun auch für den Hallux verfügbar.

Durch die kontrollierte, passive Bewegung des Gelenks direkt nach der Operation wird die Synovialflüssigkeit verteilt, die Knorpelernährung gefördert und Verwachsungen verhindert. Das Gelenk bleibt beweglich, die Heilung verläuft schneller.

 

Icon mobilisation

Passive Mobilisierung des Gelenks — das Prinzip der CPM-Therapie, schematisch dargestellt.

Referenzstudien

Die wissenschaftliche Grundlage

Klinische Belege zur Versteifung nach Immobilisation, Rekonvaleszenzverkürzung durch Zehen-CPM und physischer Therapie nach Hallux Operationen sowie den Vorteilen von CPM-Therapie generell nach Gelenk-Interventionen.

Akeson et al. (1987)

Versteifung nach Immobilisierung

Bereits nach einer Woche Ruhigstellung führt Immobilisation zu einer Verkürzung der Synovialmembran, zu Adhäsionen der Gelenkinnenhaut und zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen.

1 Woche

Ruhigstellung reicht bereits für Gelenkversteifung

Akeson, W. H. et al. (1987). Effects of immobilization on joints. Clinical Orthopaedics and Related Research.

Connor et al. (1995)

Zehen-CPM verkürzt Rehabilitation

Motorisierte Bewegungsschienen verkürzen die Rehabilitationszeit nach MTP-I-Gelenk-Operationen gegenüber alleiniger Physiotherapie um bis zu 10 Tage. Der Bewegungsradius nimmt früher zu, Patienten kehren schneller zur normalen Belastung zurück.

10 Tage

schneller zurück zur vollen Beweglichkeit

Connor, G. F. et al. (1995). Continuous passive motion after MTP-I surgery. Foot & Ankle International.

Schuh et al. (2008)

Vorteil physischer Therapie nach Hallux OP

Gezielte Bewegungstherapie nach Hallux valgus-Operationen verbessern deutlich die Funktion der Grosszehe und das physiologische Gangbild, erhöhen den Spitzendruck, den Bewegungsumfang sowie den AOFAS-Score.

bis 4×

höhere Lastaufnahme der Großzehe nach 6 Monaten

Schuh, R. et al. (2008). Effect of Physiotherapy on the Functional Improvement after Hallux Valgus Surgery. Z Orthop Unfall, 146, 630 bis 635.

Schuh et al. (2009)

Vorteil physischer Therapie nach Hallux OP

Physikalische Therapie und Gangtraining verbessern die Belastung des ersten Strahls während der Standphase. Innerhalb von sechs Monaten nach der Operation nahm die Maximalkraft in der Großzehe signifikant zu, die Patienten belasteten den Fuß wieder physiologisch.

6 Monate

bis zur wiederhergestellten Belastung des ersten Strahls

Schuh, R. et al. (2009). Importance of Physical Therapy to Restore Weight Bearing of the First Ray During the Stance Phase. Phys Ther, 89, 934 bis 945.

Michael et al. (2005)

CPM-Wirksamkeit generell

Eine motorisierte Schulter-Bewegungsschiene zusätzlich zur Krankengymnastik führte dazu, dass Patienten die volle aktive Beweglichkeit rund zwölf Tage früher erreichten als mit Physiotherapie allein, bei zugleich früherem Schmerzrückgang.

12 Tage

früher zur vollen aktiven Beweglichkeit

Michael, J. W. P. et al. (2005). Efficiency of a Postoperative Treatment after Rotator Cuff Repair with a Continuous Passive Motion Device (CPM). Z Orthop Ihre Grenzgeb, 143, 438 bis 445.

Garofalo et al. (2010)

CPM-Wirksamkeit generell

Vier Wochen begleitende CPM-Anwendung verbesserte in der frühen Rehabilitatsionsphase nach einer Schulter-Operation sowohl die Beweglichkeit als auch die Schmerzkontrolle deutlich gegenüber alleiniger Standardtherapie.

weniger Schmerz

und mehr Beweglichkeit in der frühen Reha

Garofalo, R. et al. (2010). Effects of one-month continuous passive motion after arthroscopic rotator cuff repair. Musculoskelet Surg, 94 (Suppl 1), S79 bis S83.
Alle

Jaspers et al. 2018

CPM-Wirksamkeit generell

Eine kontinuierliche passive Bewegungsschiene verbessert nach Kreuzband-Rekonstruktion den Bewegungsumfang signifikant und reduziert Schmerz und Schwellung. Die Kniebeugung verbesserte sich in der 1. bis 6. postoperativen Woche, die Schwellung ging zwischen der 4. und 6. Woche zurück.

Woche 1 bis 6

bessere Kniebeugung und weniger Schwellung nach Kreuzband-OP

Continuous Passive Motion (CPM) does improve range of motion, pain and swelling after ACL reconstruction: a systematic review and meta-analysis.,“/pubmed/ 30321902″,“Jaspers T, Taeymans J, Hirschmüller A.“,“Z Orthop Unfall 2018 Oct

Was diese Studien konkret bedeuten

✓ Kürzere Rekonvaleszenz, schnellere Rückkehr zum physiologischen Bewegungsmuster ✓ Verhinderung von Gelenkversteifungen und dauerhaften Adhäsionen
✓ Förderung der Gelenkbeweglichkeit und Synovialflüssigkeitsverteilung ✓ Sicherung des Operationserfolges durch frühzeitige Mobilisation
✓ Remobilisierung bereits versteifter Gelenke innerhalb von 30 Tagen möglich ✓ Schmerzlinderung durch gleichmässige, kontrollierte Bewegung

Klinische Beurteilung

Die Patienten berichten von einfacher Handhabung, verständlicher Gebrauchsanweisung, spürbar zunehmender Beweglichkeit und verkürzter Genesungszeit. Ich empfehle die Schiene zur breiten klinischen Anwendung bei der postoperativen Hallux-valgus-Korrekturbehandlung.
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Dr. Gérard Farkas

Gründer der Crossklinik (Basel), Mitglied der Geschäftsleitung | Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparate, Sportmedizin SEMS